Frechen, deine Künstler: Peter H. H. Klaucke ist Maler und Illustrator

Peter H.H. Klaucke in seinem Atelier und Arbeitszimmer in Königsdorf

Peter H.H. Klaucke wohnt und arbeitet in Frechen-Königsdorf. Mit Vornamen heißt er eigentlich Peter Hans Herbert. „H.H. gefällt mir“, erklärt der Künstler, warum er sich so nennt, „weil es nach Lachen klingt.“ Foto: Susanne Neumann

 

Ein gekröntes Haupt zwischen Blumenrabatten richtet den Blick schräg gen Himmel: Die riesige, steinerne Skulptur ist das Werk des Künstlers Peter H.H. Klaucke. Angeregt durch die Geschichte, dass Kaiser Karl der Große auf der nahen Ville gejagt und übernachtet haben soll, schuf der Illustrator und Maler jenes Haupt, das nun in exponierter Lage in seinem Vorgarten auf dem Vorgebirgsweg in Frechen Königsdorf die Aufmerksamkeit der Passanten erregt.

Vorgarten von Klaucke in Königsdorf

Im Vorgarten von Peter H.H. Klaucke erregt das Haupt Karls des Großen die Aufmerksamkeit der Passanten. Foto: privat

Dabei ist Klaucke kein Bildhauer sondern freier Maler. Landschaften, Orte oder auch Portraits malt er – meist gegenständlich, fast nie abstrakt. Einen eigenen Stil hat er gefunden, indem er bekannte Gemälde auf seine ganz individuelle Art interpretiert. Wieviel Zeit, Energie und auch Bauchgefühl in seinen Bildern steckt, kann man nur erahnen, wenn er über den Entstehungsprozess eines jeden Bildes vom ersten bis zum letzten Pinselstrich erzählt. „Ich bin ein Kunsthandwerker, der sich nun gerne mehr als Künstler, denn als Handwerker fühlen würde“, kommentiert er sein Schaffen. „Ich experimentiere mehr und bin auf der Suche nach dem Klaucke‘ in mir“.

Verpasste Chance

Beharrlich und gegen viele Widerstände hat er seinen Werdegang zum professionellen Künstler verfolgt. In der Schule fällt seine Begabung bereits bei seinen naturgetreuen Zeichnungen auf. Eine besondere Förderung erhält er jedoch nicht. Am Ende des achten Schuljahres bewirbt er sich auf eine winzige Anzeige bei einer Kölner Kunstschiede und erhält die Zusage für eine Ausbildung. Klaucke ist glücklich. Doch der Vater ist nicht mit der Berufswahl einverstanden. Auf dessen Anordnung hin sagt die Mutter die Ausbildungsstelle ab. „Meine Glücksgefühle zerplatzten“, erinnert sich Klaucke an den Moment, als er von der Absage erfuhr. „Was hätte aus mir werden können?“, fragt er melancholisch. Der Meister habe große Aufträge gehabt und sei ein guter Ausbilder gewesen. „Seine Schmiedejungs haben internationale Wettbewerbe glorreich für sich entscheiden können.“ Er muss stattdessen eine Lehrstelle als Schaufenstergestalter bei einem Herrenausstatter annehmen. Die Ausbildung schließt er ab und arbeitet in dem Betrieb bis zu seiner Einberufung 1962.

Die Berufung wird zum Beruf

Während seines achtzehnmonatigen Wehrdienstes bei der Luftwaffe in Nörvenich beginnt seine Karriere als Maler. Hier erkennt man schnell sein Potential, und er darf seine Begabung auf vielfältigste Art und Weise ausleben. Er bemalt Treppenhäuser, er zeichnet Bilder zur Kleiderordnung, Grußkarten, eine Flakstellung in Aktion. Und manch ein Kamerad lässt von sich oder seiner Liebsten ein kleines Ölportrait von ihm anfertigen.

Nach dem Wehrdienst arbeitet Klaucke zunächst in seinem gelernten Beruf. Doch dann entscheidet er sich für ein Studium. „Für mich war das Wesentliche, die Technik zu lernen. Learning by doing. Ich wollte einmal von meinem Handwerk leben“, berichtet Klaucke, „Es ging mir weniger darum, als Künstler bekannt zu werden.“ So kommt es, dass er sich in einer dreitägigen Aufnahmeprüfung an den Werkschulen der Stadt Köln um eine Aufnahme bewirbt und angenommen wird. Das Studium schließt er im September 1971 als Illustrator ab.

Ein halbes Jahr arbeitet er als Grafiker in einem Werbebüro. Dann folgt der Wechsel zu einer Agentur, die hauptsächlich für den WDR arbeitet und bei der er Schnellkarikaturen, Trickgrafiken und Bilder für die wöchentlichen Programmvorschauen erstellt.

Als freier Illustrator arbeitete Peter H.H. Klaucke für verschiedene namhafte Verlage. Unter vielen anderen illustrierte er Kindersachbücher aus den Reihen „Alles klar“ und „Was-ist-Was“.

Auf eigenen Füßen

„Es war dann doch auf Dauer unbefriedigend“ erinnert er sich. Fünf DIN A4 Fotos einer speziell angefertigten Bewerbungszeichnung verschickt er an größere Verlage und hat gleich Erfolg: Mit einem Großauftrag der Redaktion der HÖR ZU gelingt ihm der Sprung in die Selbstständigkeit. Bis 1982 bleibt er der Titelblattzeichner für ein Blatt mit einer Vier-Millionen-Auflage. Und wer kennt nicht die Sachbuchreihe „Was ist was“? vom Tessloff Verlag. Auch hier befinden sich seine Illustrationen auf und in den Büchern.

In den Folgejahren arbeitet er als freier Illustrator für verschiedene namhafte Verlage. Auch für den WDR und den Kölner Stadt-Anzeiger ist Klaucke tätig. Mit dem altersbedingten Ausscheiden seiner beruflichen Kontakte werden auch die Aufträge weniger. Hinzu kommen die Weiterentwicklung der Technik im Bereich der Fotografie und Reproduktion. Die Nachfrage nach handgefertigten Illustrationen schwindet. Im Jahr 2008 beginnt für Klaucke ein neuer Lebensabschnitt: Fortan widmet sich der Illustrator der freien Malerei.

Zwar erledigt er auch heute noch den einen und anderen Auftrag, aber in der Hauptsache ist er als freier Maler tätig. Aus sich selbst heraus kreativ zu sein, statt auf Bestellung falle ihm gar nicht leicht, gesteht er. Weil er jetzt alle Freiheiten und Möglichkeiten habe, wisse er manchmal gar nicht, wo und wie er anfangen soll.

Karikatur von Peter H.H. Klaucke

Ich wünsche das Getrampe nicht mehr zu hören.
Aquarell, 2017, Karikatur und Text: Peter H.H. Klaucke
Repro: Jürgen Streich

 

Karikatur von Peter H.H. Klaucke

Heiteres Krächzen ist mir lieber als jegliches Geschrei. – Wie ich mir Deutschland wünsche, möge die Hoffnung nicht sterben, sondern weiter wachsam gebären.
Aquarell, 2017, Karikatur und Text: Peter H.H. Klaucke
Repro: Jürgen Streich

 

 

 

 

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