„Du gehörst zu mir“ – Lieblingsstücke aus dem Bestand des Keramion als Ausstellung

"Blumenhaus" (1983) von Friedensreich Hundertwasser, Exponat der Ausstellung "Lieblingsstücke" im Keramion

Die Arbeit „Blumenhaus“ (1983) von Friedensreich Hundertwasser ist ein Lieblingsstück von Heidemarie Tschepe, Mitglied im Stiftungsrat des Keramion. Die Schenkung von Hannelore Lepping zählt deshalb zu den Exponaten der aktuellen Ausstellung „Lieblingsstücke“ im Untergeschoss des Keramion.
Bild: Susanne Neumann

Oben aus dem würfelartigen Gebilde mit den geblümten, unregelmäßigen Flächen und den schiefen, bunten Fenstern wachsen saugnapfartigen Röhren wie Lebensadern heraus. Nicht eine ganz gerade Linie ist an dem Würfel zu finden. „Blumenhaus“ aus dem Jahr 1983 ist unverkennbar eine Arbeit von Friedensreich Hundertwasser – und ein Lieblingsstück von Heidemarie Tschepe, Mitglied im Stiftungsrat des Keramikmuseums Keramion in Frechen. „Hundertwasser bedeutet für mich Freiheit, Freude an Form und Farbe und das eben auch an den ganz normalen Orten“, hat Heidemarie Tschepe ihre Wahl begründet.

Und sie hat noch zwei weitere Arbeiten aus dem Bestand des Museums ausgesucht, die ihr besonders gut gefallen und die nun in einer Vitrine im Untergeschoss des Keramikmuseums zu sehen sind – zusammengestellt mit den drei Lieblingsstücken von Karl-Heinz Stauten, Mitglied im Beirat „Wirtschaft für Keramion“ des Stiftungsrates, und mit einem Foto von beiden. In weiteren Vitrinen sind die Lieblingsstücke von weiteren Persönlichkeiten ausgestellt, die dem Stiftungsrat angehören oder im Keramion mitarbeiten. Unter der Überschrift „Du gehörst zu mir“ waren sie gefragt, die Keramiken für die aktuelle Ausstellung aus dem Bestand des Museums auszuwählen.

Leiterin des Keramion, Gudrun Schmidt-Esters, mit "Dose mit Tier" von Renée Reichenbach

Toskanische Renaissancearchiterktur assoziiert Museumsleiterin Gudrun Schmidt-Esters mit ihrem Lieblingsstück „Dose mit Tier“ (1994) von Renée Reichenbach, einer Schüler von Gertraud Möhwald.
Bild: Susanne Neumann

 

Persönliche Auswahl

So zeigt die Sonderausstellung einen Querschnitt durch den Museumsbestand und gibt einen Einblick in die Vielfalt der keramischen Möglichkeiten. Und vor allem lädt sie ein, auf die Suche nach dem eigenen Lieblingsstück zu gehen – und die Gründe zu erforschen, die eine Keramik zum persönlichen Favoriten macht. Die ästhetische Erscheinung könne ebenso faszinieren wie ein inhaltliches Thema, heißt es dazu. Eine persönliche Geschichte oder biografische Verbindungen könnten ebenso einen besonderen Bezug zu einem Kunstwerk herstellen wie die Vorliebe für eine bestimmte Technik.

Museumsleiterin Gudrun Schmidt-Esters erzählt, dass die Arbeiten aus dem Umfeld der Künstlerin Gertraud Möhwald bei ihr Assoziationen an toskanische Renaissancearchitektur auslösten – wie die Arbeit „Dose mit Tier“ (1994) von Renée Reichenbach – einer Schülerin von Gertraud Möhwald -, die Gudrun Schmidt-Esters für die Vitrine mit ihren Lieblingsstücken ausgesucht hat.

Christine Otto mit "Hinter mir der blaue Hase" von Gerda Smolik (2006), Exponat der Ausstellung "Lieblingsstücke" im Keramion

Bei „Lieblingsstücke“ falle er sofort „Hinter mir der blaue Hase“ von Gerda Smolik (2006) ein, verrät die stellvertretende Museumsleiterin des Keramion, Christine Otto.
Bild: Susanne Neumann

„Das Hintersinnige und Skurrile, das unter einer fast kitschigen Fassade schlummert und erst auf den zweiten Blick entdeckt wird, mag ich sehr“, begründet die stellvertretende Museumsleiterin Christine Otto, warum sie sich „Hinter mir der blaue Hase“ von Gerda Smolik (2006) für ihre Vitrine ausgesucht hat. Auch zwei Affenfiguren von Marianne Eggimann mit dem Titel „Schwestern“ (2009) hat Christine Otto favorisiert. Die lösten bei ihr die ganz persönliche Frage aus, welcher Affe sie und welcher ihre Schwester sei, verrät sie.

Kurt Derckum: "Mädchen" (1925/30), Ausstellung "Lieblingsstücke", Keramion

Auch Frechens Bürgermeisterin Susanne Stupp hat sich ein Lieblingsstück für die Ausstellung im Keramion ausgesucht: Kurt Derckums „Mädchen“ (1925/30) aus Frechener Ton.
Bild: Susanne Neumann

Und Bürgermeisterin Susanne Stupp, ebenfalls Mitglied im Stiftungsrat, schreibt über ihr Lieblingsstück „Mädchen“ von Kurt Derckum: „In der gähnende Frau finde ich mich selbst wieder. Noch zwischen Traum und Wirklichkeit zeigt die Frau unverkrampft und damenhaft, dass sie sich noch nicht ganz aus Morpheus Armen befreit hat … ein Gefühl, das ich nur zu gut kenne. …“

Die Ausstellung „Du gehörst zu mir“ – Lieblingsstücke ist noch bis zum Frühjahr kommenden Jahres im Untergeschoss des Keramion, Bonnstraße 12, 50226 Frechen, zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen: dienstags bis freitags und sonntags von 10 bis 17 Uhr, samstags 14 bis 17 Uhr. Die Ausstellung endet am 10. März 2019.