Und noch ein Bürgermeisterkandidat für Frechen

Bürgermeisterkandidat Dieter Zander

Gut gelaunt nahm Dieter Zander (r.) von der Wählergemeinschaft ‚Perspektive für Frechen‘ die Gratulationen vom Vorsitzenden Maximilian Singer (M.) und den anderen Perspektive-Mitgliedern zur Wahl zum Bürgermeisterkandidaten für Frechen entgegen.
Foto: Susanne Neumann

Dieter Zander tritt in Frechen als Kandidat zur Bürgermeisterwahl im September an. Die Mitglieder der Wählergemeinschaft „Perspektive für Frechen“, die mit zwei Sitzen im Frechener Stadtrat vertreten ist, bestätigten seine Kandidatur gestern Abend einstimmig bei 15 anwesenden Stimmberechtigten. Damit steht der dritte Herausforderer von Frechens amtierender Bürgermeisterin Susanne Stupp (CDU) fest – neben Miriam Erbacher von Bündnis 90/Grüne, die vor zwei Wochen von der Mitgliederversammlung der Frechener Grünen nominiert wurde, und dem parteilosen Wolfgang Höfig, der die für seine Kandidatur erforderlichen Unterschriften seiner Unterstützer schon länger beisammen hat.

Susanne Stupp hat bereits angesagt, dass sie sich als Bürgermeisterin zur Wiederwahl stellen wird. Sie wird voraussichtlich auf der kommenden Mitgliederversammlung der Frechener CDU am 28. Februar nominiert. Die Mitglieder der Frechener SPD werden am 8. Februar über ihren Bürgermeisterkandidaten entscheiden. Und noch eine Partei hat gerade überraschend einen Kandidaten oder eine Kandidatin angekündigt: die Linke, die mit zwei oppositionellen Sitzen im Stadtrat vertreten ist. Zumindest will der Vorstand des Stadtverbandes den Mitgliedern einen eigenen Kandidaten vorschlagen, wenn sie sich am 10. März versammeln. „Wir haben eine Zeit lang sondiert, ob wir zusammen mit anderen einen überparteilichen Kandidaten mit klarem linken Profil nominieren können“, informiert Hauke Dressel, Sprecher der Linken, in einer Pressemitteilung von vergangenener Woche. Daraus habe sich jedoch nichts Überzeugendes ergeben. So wolle man den Wählerinnen und Wählern nun einen eigenen Kandidaten für das höchste politische Amt anbieten.

So werden die Bürgerinnen und Bürger von Frechen bei der Kommunalwahl im kommenden Herbst voraussichtlich die Wahl zwischen mindestens sechs Anwärterinnen und Anwärtern auf die Verwaltungsspitze im Frechener Rathaus haben. Nur die FDP hat als einzige der im Stadtrat vertretenen Parteien bislang noch keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten angekündigt. Im Stadtrat bildet die FDP-Fraktion (2 Sitze) zusammen mit der CDU (20 Sitze) eine Koalition, aus der die Grünen (4 Sitze) im Januar per Mitgliederentscheid ausgestiegen sind.

(Ober-)Bürgermeister und Landräte werden in Nordrhein-Westfalen direkt und durch Mehrheitswahl gewählt, jeder Wähler besitzt eine Stimme. Bei mehr als zwei Kandidaten gibt es zwischen den beiden mit den meisten Stimmen eine Stichwahl – so also auch in Frechen. Erst im Dezember 2019 hatte der Verfassungsgerichtshof für das Land Nordrhein-Westfalen entschieden, dass die Bürgermeister- und Landrats-Stichwahl bei Kommunalwahlen bleibt. Die schwarz-gelbe Koalition im Landtag wollte sie abschaffen.

Für mehr Bürgernähe und eine funktionierende Verwaltung

Dieter Zander gab sich gestern nach seiner einstimmigen Wahl zum Bürgermeisterkandidaten der Perspektive (ohne Gegenkandidaten) kämpferisch. Aus „höchst unterschiedlichen Gründen“, brauche es dringend eine Veränderung im Rathaus. Auch aus der Bürgerschaft sei die Bürgermeisterkandidatur an ihn herangetragen worden. Im Amt wolle er das Gespräch mit allen demokratischen Parteien im Rat der Stadt Frechen suchen, um fach- und sachorientierte Entscheidungen treffen zu können, „und nicht nach roten, schwarzen oder grünen Socken.“ Die Mitarbeitenden in der Stadtverwaltung seien die wichtigste Ressource, wenn es darum gehe, Ziele und Veränderungen zu erreichen und politische Beschlüsse umzusetzen. Darum wolle er als erfahrener Personaler und Führungskraft für ein gutes Arbeitsklima und ein gedeihliches Miteinander sorgen und einen funktionierenden Verwaltungsapparat installieren. Auch werde er bürgernah agieren und „auch dort hingehen, wo es mal unangenehm werden könnte und mit Gegenwind zu rechnen“ sei.

Bürgernähe und Bürgerbeteiligung sowie Transparenz und eine starke Verwaltung sind auch die obersten Ziele von Wolfgang Höfig. Der parteilose Kandidat hat in ganz Frechen Klinken geputzt und recht flott insgesamt etwa 400 Unterschriften für seine Kandidatur als Bürgermeister gesammelt. Gebraucht hatte er nur mindestens 230 Unterschriften, die sich rein rechnerisch aus der Formel „10 pro Wahlkreis“ bei 23 Wahlkreisen in Frechen ergeben.

Miriam Erbacher, Bürgermeisterkandidat der Frechener Grünenster

Miriam Erbacher bei ihrer Wahl zur Bürgermeisterinkandidatin der Frechener Grünen am 17. Januar. Sie erhielt 11 Stimmen von 15 anwesenden Stimmberechtigten.
Foto: Susanne Neumann

Klimaneutral bis 2050

Miriam Erbacher will als grüne Bürgermeisterin „das Klima zur Chefinsache machen“, wie sie bei Ihrer Wahl zur Kandidatin ebenfalls kämpferisch verkündete. „Bei allen Entscheidungen muss das Klima vorrangig berücksichtigt werden. Das ist eine Herausforderung, der sich die jetzige Verwaltungsspitze offenkundig nicht stellt.“ Frechen solle bis spätestens 2050 klimaneutral sein.

Ab 2020 finden alle fünf Jahre Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen statt. Dabei werden sowohl Stadt- und Gemeinderäte, Kreistage und Bezirksvertretungen in den kreisfreien Städten, als auch die Oberbürgermeisterinnen und Oberbügermeister, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und Landrätinnen und Landräte am gleichen Tag gewählt. Die aktuelle Wahlperiode wurde ausnahmsweise auf rund sechseinhalb Jahr verlängert, weil bereits im Mai 2014 vor dem regulären Wahltermin im September 2015 viele freiwillig vorgezogene Wahlen stattfanden.

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