Klärschlamm aus Hürth kommt auf Lastwagen nach Frechen

Klärschlamm Tour zwischen Frechen und Hürth

Über die Anschlussstelle Hürth fahren die LKW mit Klärschlamm vom Knapsacker Hügel auf die A1 und bis zur Abfahrt Gleuel. Von dort geht es über die L103 süd-westlich von Bachem und über die Kreuzung der B264 zum RWE-Standort in Frechen. Grafik/Quelle: RWE Power, Vortrag zum RWE-Vorhaben Klärschlamm-Lagerhalle, Knapsacker Hügel Stadt Hürth,
Ausschuss für Bauen, Verkehr und Umwelt, Stadt Frechen, 06.10.2016

Die Lastwagen, die voraussichtlich ab Mai 2017 vermehrt und insbesondere freitags und samstags Klärschlamm von Hürth-Knapsack nach Frechen transportieren sollen, werden nicht durch bewohnte Ortsteile fahren. Das haben Vertreter von RWE Power am Donnerstag im Ausschuss für Bauen, Verkehr und Umwelt (BVU) der Stadt Frechen versichert. Der Klärschlamm aus Hürth soll vor allem an den Wochenenden dafür sorgen, dass zwei Kessel des Industriekraftwerks Frechen Wachtberg besser ausgelastet sind. Klärschlamm wird in diesen sogenannten Wirbelschichtkesseln schon heute zusammen mit Braunkohle verfeuert. Ein Geschäft, dass RWE Kohle spart und gleichzeitig dafür sorgt, dass das Abfallprodukt aus öffentlichen Kläranlagen verwertet wird.

Klärschlamm-Lagerhalle am Goldenberg Kraftwerk

Neben dem Goldenberg Kraftwerk auf dem Knapsacker Hügel in Hürth wird eine neue Lagerhalle für Klärschlamm errichtet, planmäßiger Baubeginn ist in diesem Oktober. Bis zu 12.500 Tonnen getrockneter Klärschlamm kann in der 50 Meter tiefen und 145 Meter breiten Halle gelagert werden. Grafik/Quelle: RWE Power, Vortrag zum RWE-Vorhaben Klärschlamm-Lagerhalle, Knapsacker Hügel Stadt Hürth,
Ausschuss für Bauen, Verkehr und Umwelt, Stadt Frechen, 06.10.2016

Klärschlamm-Lager am Goldenberg Kraftwerk

In diesen Tagen beginnt RWE Power mit dem Bau einer Lagerhalle für Klärschlamm neben dem Goldenberg Kraftwerk in Hürth-Knapsack. Im Mai 2017 soll sie in Betrieb gehen. Der Plan: Klärschlamm, der in der neuen Halle zwischengelagert werden kann, wird von dort auf die RWE-Kraftwerke in Hürth und Frechen zur Mitverbrennung verteilt. Und zwar immer dann, wenn dort die Klärschlamm-Anlieferung durch Lastwagen ins Stocken gerät. Das passiert regelmäßig freitags mittags, wenn sich die Lastwagenfahrer ins Wochenende verabschieden, wie der RWE-Vertreter Uwe Peters, Umweltschutzbeauftragter Geschäftsfeld Veredlung, in seinem Vortrag im BVU-Ausschuss erläuterte. Wie ein Schaubild in seiner Präsentation zeigte, sinkt die Menge an mitverbranntem Klärschlamm in den Kraftwerken in Knapsack schon freitags nachmittags, um im Laufe des Samstages ganz zu versiegen. Der Klärschlamm aus Hürth soll diese Lücken füllen.

RWE Bauvorhaben Lagerhalle Kapazitäten

Der Klärschlamm aus dem Lager in Hürth soll Lücken am Wochenende füllen. Grafik/Quelle: RWE Power, Vortrag zum RWE-Vorhaben Klärschlamm-Lagerhalle, Knapsacker Hügel Stadt Hürth,
Ausschuss für Bauen, Verkehr und Umwelt, Stadt Frechen, 06.10.2016

RWE Power verspricht: Alle Grenzwerte werden eingehalten

Die Menge an mitverbranntem Klärschlamm pro Jahr werde in Frechen mit dem Klärschlamm aus dem Lager in Hürth um etwa 15 Prozent steigen, erklärte Uwe Peters, von 200.000 Tonnen auf 230.000 Tonnen. Die genehmigte Höchstmenge von 25 Tonnen pro Kessel und Stunde, also insgesamt 50 Tonnen pro Stunde, werde dabei nicht überschritten. Auch der Ausstoß von Schadstoffen werde sich insgesamt nicht nennenswert erhöhen und bleibe in allen Punkten unter den vorgeschriebenen Grenzwerten. „Wir veröffentlichen unsere Emissionswerte jedes Jahr im Kölner Stadtanzeiger“, versicherte Uwe Peters auf Rückfrage eines Stadtverordneten. „Und die Werte werden auch immer ganz genau von Dr. Horst Bannwarth ausgewertet.“ Der bekannte Professor und Biologe aus Frechen war Gründungsmitglied der Bürgerinitiative Sauberes Frechen, die sich in den Jahren 2011 und 2012 erfolgreich gegen die Pläne von RWE einsetzte, in seinen Kraftwerken bis zu 50 Prozent Müll zu verbrennen.

Mehr Verkehr süd-westlich von Bachem

Wegen des Fahrverbots dürfen die Lastwagen sonntags auch weiterhin keinen Klärschlamm anliefern. Dafür soll ein Spediteur beauftragt werden, vor allem freitags nachmittags und samstags Klärschlamm aus Knappsack nach Frechen zu transportieren. RWE Power zufolge wird dabei eine festgelegte Strecke eingehalten, die durch keine Ortsteile von Hürth oder Frechen führt. Über die Anschlussstelle Hürth sollen die LKW mit Klärschlamm vom Knapsacker Hügel auf die Autobahn A1 und dort bis zur Abfahrt Gleuel fahren. Von dort geht es über die L103 süd-westlich von Frechen-Bachem und über die Kreuzung der B264 zum RWE-Standort in Frechen. „Wenn die Strecke aus irgendeinem Grund nicht befahrbar ist, wird eben nicht gefahren“, beruhigte der Umweltschutzbeauftragte von RWE einen Stadtverordneten, der darauf hinwies, dass ein Teil der Strecke wegen Unfällen häufig gesperrt sei. „Wenn der Spediteur gegen die Spielregeln verstößt und ein Fahrer in so einem Fall auf einen anderen Weg ausweicht, ist er den Auftrag los.“
Deutlich spüren wird man den Anstieg des Lastwagenverkehrs allerdings auf der L103, an der sich auch zwei Wohnhäuser befinden. Wie Uwe Peters vorrechnete, wird das Aufkommen von Fahrzeugen auf diesem Teil der Strecke im Durchschnitt von täglich 7000 aus 7100 ansteigen.

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