Schneller online in Glasfaserleitungen

Seit wir ans Glasfasernetz angeschlossen sind, surfe ich zehnmal schneller durchs Internet, als mit unserem alten DSL-Anschluss. Webseiten bauen sich auf meinem Bildschirm blitzschnell auf – selbst wenn die Rechner und Smartphones meiner Jungs gleichzeitig in unserem kabellosen Heimnetz (WLAN ) hängen und Bandbreiten fordern, fürs Onlinespielen zum Beispiel oder für Video- und Musikstreaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime oder Spotify. Mit bis zu 32 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) lädt mein Rechner Daten aus dem Highspeed-Internet. Zum Vergleich: Der Tarif für den DSL-Anschluss, den wir vorher hatten, beinhaltete bis zu 6 Mbit/s im Downstream – wobei tatsächlich nie mehr als 2 bis 3 Mbit/s ankamen.

Schneller zum gleichen Preis

Nun also schneller online im Glasfasernetz: Seit Mai letzten Jahres ließ der Kölner Telekommunikationsanbieter Netcologne die neuen Leitungen von Kooperationspartner RWE verlegen, zuletzt bekamen Habbelrath und Grefrath Anschluss an die schnelle Datenautobahn. Ende Juni hat Netcologne den Glasfaserausbau auf Frechener Stadtgebiet offiziell als abgeschlossen erklärt.. Im Stadtteil Bachem, wo wir wohnen, konnten Kunden schon seit Anfang dieses Jahres ins Glasfasernetz.

Router zum Selbsteinrichten

So wie wir: Da wir bereits NetCologne-Kunden waren, konnte man unseren bisherigen Anschluss ohne größere Umstände aufs Glasfasernetz switchen. Per Telefon bestellten wir schnelles Internet mit bis zu 50 Mbit/s, bzw. 50.000 kbit/s – wie gehabt zum Doppel-Flatrate-Tarif (für Festnetz und Internet) und zum gleichen Preis. In einem Schreiben teilte man uns schon kurz darauf das Datum der Umstellung mit. Den Glasfaser-fähigen Router, den wir für den Anschluss ans Highspeed-Internet noch brauchten, eine Fritz!Box 7490, mussten wir uns selbst in der nächsten Netcologne-Filiale abholen. Der Dienstleister schickte auch keinen Techniker vorbei, als der Anschluss umgestellt und das Endgerät eingerichtet werden musste. Obwohl wir durchaus versierte Endverbraucher sind, schafften wir die Einrichtung des neuen Anschlusses nicht ohne Hotline.

Immer noch langsamer als gekauft

Dann lief es, das schnelle Internet – jedoch nicht mit 50 Mbit/s im Dowload wie gekauft, sondern etwas mehr als 30 Mbit/s maximal. Um zu erfahren, woran das liege, rief ich die Pressestelle von Netcologne an. Die Übertragungsgeschwindigkeit innerhalb eines WLANs schwanke aufgrund physikalischer Verhältnisse, informierte man mich dort, durch dicke Wände zum Beispiel. Mein Rechner ist jedoch nicht kabellos sondern per Kabel direkt mit dem Router verbunden. So schnell, wie die Daten unseren Hausanschluss erreichen, erreichen sie also auch meinen Rechner. Dann liege die Verzögerung an den alten Kupferkabeln, die noch immer die so genannte „letzte Meile“ zwischen dem schnellen Glasfasernetz und meinem Haus überbrückten, erklärte man mir geduldig.

Kupferkabel fit gemacht

Denn beim Ausbau des Glasfasernetzes wurden nur die grauen Verteilerkästen mit Glasfaserleitungen verbunden. Von diesen Verteilerkästen aus übertragen noch immer die vorhandenen Kupferkabel (aus Kaisers Zeiten) die Daten über die so genannte „Letzte Meile“ in die Haushalte – oder in umgekehrte Richtung (Upload). Mittels einer Technik namens „Vectoring“ werden diese Kupferkabel fit gemacht für das Glasfasernetz. Wie das funktioniert, erklärt Netcologne in einem Film unter https://www.youtube.com/watch?v=h10tAbOH7EY. Prozessoren, mit denen die Verteilerkästen aufgerüstet werden, neutralisieren physikalische Eigenschaften der Kupferdrahtbündel, die den Datentransport verlangsamen.Das funktioniert mit zunehmender Länge des Kabels jedoch immer schlechter. Je weiter mein Anschluss also vom Verteilerkasten entfernt sei, umso langsamer sei ergo die Verbindung.

Mir sind die 32 MBit/s eigentlich schnell genug. Ärgerlich dennoch, dass NetCologne verkauft, was physikalisch gar nicht erreicht werden kann.

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