20 Jahre Frechener Geschichtsverein – ein Rückblick

Seiten 10 und 11 der Sonderausgabe 20 Jahre Frechener Geschichtsverein

20 Jahre Frechener Geschichtsverein e.V., Sonderausgabe des Mitgliedermagazins „Treffpunkt“, Ausgabe 2/2020, Seiten 10/11
Abbildung: Susanne Neumann

Der Frechener Geschichtsverein e.V. wurde im Jahr 2000 durch Vertreter der Kulturpolitik, des Denkmalschutzes, der Heimatgeschichte und des Archivwesens gegründet. In dieser Vielfalt liegt die programmatische Ausrichtung des Vereins begründet. Er ist nicht nur ein „Verein für Frechener Geschichte“, sondern ein Zusammenschluss von historisch interessierten Menschen, die sich ganz besonders mit der Vergangenheit Frechens, seiner Stadtteile und seiner Umgebung befassen möchten.

Alljährlich erarbeitet und entwickelt der ehrenamtliche Vorstand ein abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen, Führungen, Lesungen, Exkursionen und Ausstellungen. Jeweils zum Jahresende veröffentlicht der FGV ein Jahrbuch mit Beiträgen von Frechener Heimatforscherinnen und Heimatforschern – nicht nur zur Frechener Geschichte. Mitglieder erhalten dieses Buch als Jahresgabe kostenlos. Darüber hinaus  erscheinen regelmäßig heimatgeschichtliche Schriften und Publikationen von Einzelnen oder Arbeitsgruppen, zum Beispiel „Der Frechener Bach“ oder „Frechener Wegekreuze“.

Gegen das Vergessen - Schweigemarsch in Frechen 2019

Seit 2008 ruft der Frechener Geschichtsverein alljährlich am 9. November alle Bürgerinnen und Bürger zum Schweigemarsch „Gegen das Vergessen“ zum Gedenken an die Opfer der Nationalsozialisten auf. Der Marsch zieht von der Evangelischen Kirche über die Hauptstraße zum Rathaus, wo die Namen von 51 in Frechen ermordeten Jüdinnen und Juden und der Name des ermordeten Kommunisten Heinrich Bühr verlesen werden.
Foto: Huber Bühr

Treffpunkt-Sonderausgabe zum Mitnehmen

Das Mitgliedermagazin „Treffpunkt“ erscheint wieder regelmäßig und berichtet primär über Vereinsaktivitäten. In diesem Jahr lässt eine Sonderausgabe des Treffpunkts 20 Jahre Frechener Geschichtsverein noch einmal Revue passieren. Interessierte Bürger haben die Möglichkeit, dieses Magazin im örtlichen Buch- und Zeitschriftenhandel, Stadtarchiv und Rathausfoyer kostenlos mitzunehmen.

Der Kalender des FGV „Frechen wie es war“, mit 12 historischen Aufnahmen aus dem alten Frechen, hat sich seit der Erstausgabe im Jahre 2017 zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt.

Erfreut sich großer Beliebtheit: der alljährliche Kalender „Frechen, wie es war“.
Foto: Susanne Neumann

Ehrenamtliches Engagement

Der Geschichtsverein bietet eine Plattform für alle Menschen, die sich für die historische Identität des Frechener Raumes interessieren und engagieren wollen, um so die Belange der Kultur- und Geschichtspflege wirksam vertreten zu können. Bereits 424 Frechener (Stand: Aug. 2020) und mit Frechen Verbundene haben sich für eine Mitgliedschaft entschieden. Dem Geschichtsverein ist die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern ein wichtiges Anliegen. Gepflegt wird es auch durch die regelmäßige Präsenz des FGV auf dem Frechener Martinsmarkt mit einem Info-Stand sowie durch die Pflege von Kontakten zu einigen sozialen Einrichtungen im Stadtgebiet.

 

Frechener Geschichtsverein, Hubert Bühr, Wolfgang Glaser, Foto: Frechenschau.de

Auf dem Frechener Martinsmarkt – hier im Jahr 2017 – bietet der FGV – hier Hubert Bühr (l.) und Wolfgang Glaser – seine Publikationen und den beliebten Kalender fürs kommende Jahr an.
Archivfoto: S. Neumann

Denkmalpatenschaft

Im Januar 2007 übernahm der Frechener Geschichtsverein die Denkmalpatenschaft für die Töpferöfen in der Broichgasse (Toni-Lux-Platz). Dabei handelt es sich um einen sogenannten „Kannenofen“ aus dem 17. oder 18. Jahrhundert und einen Brennofen für Irdenware aus dem 19. Jahrhundert, die in den 1980er Jahren bei Bauarbeiten entdeckt wurden.

ehrenamtliche Denkmalpüpfleger vom Frechener Geschichtsverein vor Töpferöfen-Denkmal 2017

Die „FGV-AG Töpferöfen“ – hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2017 – kümmert sich um das Bodendenkmal auf dem heutigen Toni-Lux-Platz in Frechen. Die ehrenamtlichen Denkmalpfleger putzen Fenster, fegen Wege, möbeln Bänke auf und erledigen regelmäßig, was noch alles rund ums Denkmal anfällt. Foto: FGV e.V.

Stolpersteine

Besondere Aufmerksamkeit hat die Verlegung der „Stolpersteine“ erregt, für die sich der Geschichtsverein in den Jahren 2009 bis 2013 engagiert hat. Die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig sind in den Boden eingelassene Pflastersteine mit einer Messingplatte, auf der die Namen, Lebens- und Sterbedaten von Opfern des Nationalsozialismus eingraviert sind. Am 3. April 2009 wurden die ersten neun Stolpersteine in der Frechener Fußgängerzone verlegt, am 14. Dezember 2009 folgten weitere 22 Stolpersteine. Die dritte Verlegeaktion fand am 20. Dezember 2010 statt, ein letzter Stein wurde am 16. Oktober 2013 verlegt. Insgesamt gibt es damit 51 Steine, davon 50 für jüdische Opfer und einen für den erschlagenen Kommunisten Heinrich Bühr. Drei Steine werden auf Wunsch der Hinterbliebenen nicht verlegt.

Verlegung von Stolpersteinen in der Frechener Fußgängerzone im April 2009, im Vordergrund (v.l.): Dr. Franz-Joseph Kiegelmann (Vorsitzender des FVG), Bürgermeister Hans-Willi Meier, Künstler Gunther Demnig, Foto: FGV e.V.

So, wie die Corona-Pandemie eine Jubiläumsfeier verhindert hat, verzichtet der FGV auch im zweiten Halbjahr auf die Durchführung von Exkursionen und Vorträgen. Eine neue Ausgabe des Kalenders „Frechen wie es war“ mit historischen Ansichten aus Frechen und das Jahrbuch werden aber wie gewohnt erscheinen.

Der Verein hofft, 2021 zu einem halbwegs gewohnten Vereinsleben zurückkehren zu können. Dann soll vor allem der 70. Geburtstag der Stadt Frechen mit einem Bildband „Frechen-Stadtansichten gestern und heute“ gebührend gefeiert werden.

Text/Quellen: Hubert Bühr/ Homepage Frechener Geschichstverein

 

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