Bachem soll (noch) schöner werden

Modell von Bachems grünem Ortszentrum

Ortszentrum 2025? Der Parkplatz vor der Kirche „Heilig Geist“ und dem angrenzenden Kindergarten ist einer Anlage gewichen, die mit der Anlage auf der anderen Seite der verkehrsberuhigten Straße eine Einheit bildet.
Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung des Arbeitskreises Bachem, aufgenommen von S. Neumann

 

Erik Schöddert ist Architekt und Stadtplaner, Manager bei RWE Power und ein „Bachemer Jung“. Der selbstständige Architekt Reinulf Padberg dagegen ist „Imi“. Doch beide eint ein engagiertes Interesse an der Entwicklung ihres Wohnortes Bachem. Und nicht nur die beiden. Geschätzte 250 Bachemer füllten am Mittwochabend den großen Saal im Pfarrzentrum Haus Burggraben, als sich der „Arbeitskreis Bachem“ vorstellte. Die offene Arbeitsgruppe aus bislang nur einer Handvoll Bachemer Bürgerinnen und Bürgern, darunter auch Dr. Sylvia Knecht und Pfarrvikar Wolfgang Scherberich, hat sich zum Ziel gesetzt, „die Stärken und Schwächen des Stadtteils zu analysieren, Chancen zu erkennen und hieraus Verbesserungsvorschläge zu entwickeln“, wie ein Flyer informiert. Erik Schöddert und Reinulf Padberg haben den Arbeitskreis im Jahr 2015 initiiert. Man wolle weder die Aufgaben der Stadt übernehmen, noch sei man in irgendeiner Weise politisch legitimiert, versicherten die Initiatoren. „Wir wollen nur formulieren, was unserer Meinung nach ansteht, und Vorschläge machen“, erklärte Reinulf Padberg. „Und wir freuen uns über jeden, der mitmacht.“ Städtische Mitarbeiter von der Abteilung Stadtplanung haben die Arbeitskreis von Anfang an begleitet. Ansprechpartner bei der Stadt ist jetzt Marvin Aulmann, der die Präsentation am Mittwoch ebenso verfolgte, wie Bürgermeisterin Susanne Stupp.

Der Arbeitskreis Bachem 2025 präsentierte seine Ziele.

Rund 250 Bachemer kamen ins Pfarrzentrum Haus Burggraben, um sich anzuhören, was sich Studierende der TH Köln für ihr grünes Ortszentrum ausgedacht haben. Bild: Susanne Neumann

Auf Einladung des Arbeitskreises haben sich Architekturstudierende der Technischen Hochschule Köln unter der Leitung ihres Dozenten Jürgen Wulfkühler nach Bachem aufgemacht, um sich von den Gegebenheiten vor Ort inspirieren zu lassen und Pläne für eine belebtere Ortsmitte zu entwerfen.

Parkplatz macht den Raum kaputt

Folgende Begebenheiten fanden sie im Ortszentrum vor: Eine Grünfläche, in der sich kaum jemand mal aufhält, mit einem heruntergekommenen Spielplatz und einem Kriegerdenkmal, das nur einmal im Jahr im Ortsleben eine Rolle spielt, nämlich bei der Kranzniederlegung zum Schützenfest; großzügige aber versiegelte Freiflächen vor Ortszentren wie der katholischen Kirche „Heilig Geist“ und dem Pfarrzentrum Haus Burggraben, und ein Parkplatz, der den Raum kaputt macht; ein schönes, herrschaftliches Anwesen (Haus Bitz) und eine Kirkeby-Skulptur, die sich verstecken; und eine Hauptverkehrsstraße, die das grüne Ortszentrum durchschneidet.

„Holen sie Leben in die Mitte“, lautete die Aufgabe an fünf Arbeitsgruppen. Recht und Politik blieben dabei außen vor, die angehenden Landschaftsplaner und Architekten konnten ihrer planerischen Kreativität freien Lauf lassen. Und das taten sie.

Über den Fitness-Parcour zum Biergarten

In einem Punkt waren sich alle einig: Der große Parkplatz vor der katholischen Kirche „Heilig Geist“ und der benachbarten Kindertagesstätte stört den Gesamteindruck und verschwendet Platz – viel Platz für das Ortsleben. In allen Entwürfen ist der Parkplatz einem Dorfplatz gewichen, auf dem auch Feste oder Märkte stattfinden können, und der zusammen mit dem Platz vor dem Haus Burggraben auf der anderen Straßenseite optisch zusammengeführt wird. Durch eine einheitliche Pflasterung zum Beispiel, die auch eine verkehrsberuhigte Hubert-Prott-Straße einbeziehen könnte.

Ebenfalls allen Entwürfen gemeinsam ist, dass die Grünfläche im Dreieck Fürstenbergstraße und Hubert-Prott-Straße bleibt, jedoch aufgewertet wird. Die einen legen einen Fitness-Parcour an, die nächsten planen einen Skulpturen- oder Keramik-Pfad, der auch die Backsteinplastik des weltbekannten, dänischen Künstlers Per Kirkeby einbezieht. Und ein Entwurf sieht sogar ein Büdchen und einen Biergarten mit Pavillons neben einem schicken neuen Spielplatz in der Ecke vor.

„Ich halte das nicht für absurd“

Auch geeignete Plätze für Open-Air-Bühnen sind in einigen Entwürfen vorgesehen. Und schließlich müsse darüber nachgedacht werden, die große Kirche zur Belebung der Ortsmitte und für kulturelle Veranstaltungen zu nutzen. Events in der Kirche? Pfarrvikar Wolfgang Scherberich weist darauf hin, dass er nicht zuständig ist für Entscheidungen, die die Kirche „Heilig Geist“ und das Pfarrzentrum betreffen, und äußert sich nur als Bürger Bachems: „Also Kulturkirchen haben wir schon genug in Frechen“, findet er und verweist auf die Kirchen Alt St. Ulrich in Buschbell und die St. Sebastianus in Königsdorf.

Was andere Vorschläge betrifft, ist er offener: „Ich halte das nicht für absurd, was da vorgeschlagen wurde.“ Die Hubert-Prott-Straße zu verkehrsberuhigen zum Beispiel deckt sich mit einer Empfehlung im Lärmaktionsplan für Frechen. Spannend auch die Frage, ob das große, brachliegende Grünstück hinter der Kita Heilig Geist an der Geldernstraße einbezogen werden könnte. Die Studierenden können sich dort einen Spielplatz vorstellen, eine Erweiterung des Kita-Geländes oder eine hell erleuchtete Allee, die zum Ortszentrum führt.

Die Entwürfe der fünf Gruppen wurden im Pfarrsaal ausgestellt, die Besucher der Präsentation hatten die Gelegenheit, mit roten Klebepunkten ihren Lieblingsentwurf zu markieren. Der beste Entwurf soll prämiert werden.

 

Grünfläche für Aktive

Trimm Dich Pfad, Boulebahn, ein Spielplatz mit moderenen Geräten und in der Ecke ein Biergarten – diese Grünanlage bietet Mehrwert.

 

Das grüne Ortszetrum vergrößert, für Fußgänger und als Einheit

Bachem rückt zusammen: Ein grüner Erlebnispfad, der „Generationsübergreifend erlebbar“ sein soll, ist die Leitidee dieses Entwurfs. Das ungenutzte Grundstück hinter dem Kindergarten wird zum Spielplatz für alle.

 

Marktplatz mit Ständen vor der Kirche

Kühner Plan: Ein Café an Stelle der Kita, ein Hofladen daneben und neue Gemeinderäume fassen einen Marktplatz mit Ständen ein, wo früher ein Parkplatz war.

 

Keramik-Pfad

Der Frechener Keramikpfad ist das Leitthema dieses Entwurfs. Entlang eines Pfades zum Kriegerdenkmal sind Skulpturen installiert. Auf dem Kirchplatz mit Buden und Sitzgelegenheiten stellen sich die Studierenden Ausstellungen und einen Keramikmarkt vor.

 

Allee ins Zentrum

Ein einheitliches Pflaster verbindet den Kirchvorplatz mit dem Platz vor dem Pfarrzentrum auf der anderen Straßenseite. Das Kriegerdenkmal bleibt, wo es ist. Eine großzügige Allee führt von Norden ins Ortszentrum.

 

2 Kommentare

  • Jürgen Friedrich

    Eine Boule-Bahn in der Bachemer Ortsmitte wäre phantastisch.
    Wir spielen momentan in der hinterletzten Ecke vom Sportplatz „Herbertskaul“.
    Nicht nur die Umgebung, auch der Untergrund ist nicht so schön

    mit freundlichen Grüssen Jürgen Friedrich

  • Jochen Menge

    Es ist sehr hilfreich, sich hier die Entwürfe noch einmal in Ruhe ansehen zu können.

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